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Das Ziel ist ein SPNV [Schienenpersonen-Nahverkehr, d. Autor], der den Menschen eine komfortable Mobilität jenseits des Autos ermöglicht. – Oliver Krischer, NRW-Verkehrsminister zur Reform des Schienenverkehrs

„TÜV Mobility Studie 2026 – Lebenswerte Mobilität:
Verkehrsräume sicher, nachhaltig und digital gestalten“

Der TÜV-Verband hat am 25. August 2026 die neue „TÜV Mobility Studie 2026 – Lebenswerte Mobilität: Verkehrsräume sicher, nachhaltig und digital gestalten“ vorgestellt. Die Studie untersucht, wie die Menschen in Deutschland heute unterwegs sind, wie sie die Verkehrsinfrastruktur bewerten und welche Mobilitätsangebote sie sich für die Zukunft wünschen.

Die Ergebnisse sind für den ländlichen Raum besonders interessant: Das Auto bleibt außerhalb der Großstädte unverzichtbar – gleichzeitig gibt es eine überwältigende Zustimmung für einen besseren öffentlichen Verkehr und insbesondere für den Ausbau des ÖPNV auf dem Land.

Genau an diesem Punkt setzt die Initiative der Westmünsterlandbahn GmbH an: Mit der Reaktivierung der Bahnstrecke Bocholt – Rhede – Borken – Coesfeld (- Münster) soll eine leistungsfähige Alternative zum ausschließlich straßenorientierten Verkehr geschaffen und das westliche Münsterland wieder besser an das regionale Schienennetz angebunden werden. Die WMB verfolgt dabei ausdrücklich das Ziel, Personen- und Güterverkehr wieder auf die Schiene zu bringen. (wmb-gmbh.de)

 

 

Hauptquelle:
TÜV-Verband, TÜV Mobility Studie 2026 – „Lebenswerte Mobilität: Verkehrsräume sicher, nachhaltig und digital gestalten“, veröffentlicht am 25. August 2026. Die Studie basiert auf einer bundesweiten repräsentativen forsa-Befragung von 2.504 Personen ab 18 Jahren; Befragungszeitraum war der 19. März bis 10. April 2026. Die mögliche Fehlertoleranz wird mit ±2 Prozentpunkten angegeben.

 

Studie herunterladen:
TÜV Mobility Studie 2026 – offizielle Download-/Studienseite des TÜV-Verbands

 

Weitere TÜV-Studien:
Studien des TÜV-Verbands

 

TÜV Mobility Studie 2026 - Wichtige Ergebnisse auch für das Westmünsterland. Quelle: KI-generiertes Bild.TÜV Mobility Studie 2026 - Wichtige Ergebnisse auch für das Westmünsterland. Quelle: KI-generiertes Bild.

Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse der TÜV Mobility Studie 2026  im Überblick

1. Das Auto ist auf dem Land weiterhin unverzichtbar

88 Prozent der Befragten leben in einem Haushalt mit mindestens einem Pkw. 83 Prozent nutzen das Auto mindestens einmal pro Woche.

Noch deutlicher wird der Unterschied zwischen Stadt und Land:

  • In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern nutzen 96 Prozent regelmäßig das Auto.

  • In Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohnern sind es noch 66 Prozent.

  • In den kleinsten Orten sagen 93 Prozent der Autobesitzer, dass sie im Alltag zwingend auf ihr Auto angewiesen sind.

Das ist eine der wichtigsten Aussagen für den ländlichen Raum: Je kleiner der Wohnort, desto größer die Abhängigkeit vom eigenen Pkw.

Die Studie zeigt damit sehr deutlich, dass die Verkehrswende auf dem Land andere Voraussetzungen braucht als in einer Großstadt. Wer dort den Autoverkehr reduzieren oder den Menschen echte Wahlmöglichkeiten geben will, muss zunächst leistungsfähige Alternativen schaffen.

2. 92 Prozent wollen einen besseren ÖPNV auf dem Land

Besonders bemerkenswert ist die Antwort auf die Frage, welche verkehrspolitischen Maßnahmen die Lebensqualität verbessern könnten:

92 Prozent befürworten einen Ausbau des ÖPNV-Angebots auf dem Land bzw. in ländlichen Regionen.

Damit ist dies die mit Abstand am stärksten unterstützte der abgefragten Maßnahmen. 83 Prozent befürworten außerdem den Ausbau sicherer Radwege und Fahrradstellplätze.

Das ist für das Westmünsterland besonders relevant.

Denn die Studie sagt nicht: Die Menschen auf dem Land wollen das Auto abschaffen.

Sie sagt vielmehr: Die Menschen brauchen das Auto, weil es vielfach keine ausreichende Alternative gibt – und gleichzeitig wünschen sie sich genau diese Alternative.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

TÜV Mobility Studie 2026 - Bahn und Rad als Alternative zum PKW. Quelle: KI-generiertes Bild.TÜV Mobility Studie 2026 - Bahn und Rad als Alternative zum PKW. Quelle: KI-generiertes Bild.

3. Bahn und ÖPNV stehen ganz oben auf der politischen Wunschliste

Auch bei der Frage, welche Verkehrsmittel die Politik künftig stärker fördern sollte, liegen Bus und Bahn klar vorne:

Verkehrsmittel

Anteil für stärkere Förderung

Öffentlicher Personennahverkehr

76 %

Regional- und Fernbahnverkehr

72 %

Fußverkehr

54 %

Fahrradverkehr

51 %

Elektromobilität

51 %

Pkw-Verkehr

50 %

Carsharing/Mitfahrangebote

39 %

E-Scooter & Co.

11 %

Die Präsentation fasst diesen Befund ausdrücklich zusammen:

„Konsens: ÖPNV und Bahn in der Stadt UND auf dem Land ausbauen!“

Für eine Reaktivierung der Strecke Bocholt–Coesfeld ist das ein ausgesprochen passender Befund: Die Forderung nach mehr öffentlichem Verkehr ist nicht nur ein großstädtisches Thema. Die Studie nennt ausdrücklich den Ausbau des ÖPNV in ländlichen Regionen als wichtigste verkehrspolitische Maßnahme.

4. Mobilität muss zuverlässig sein – nicht nur vorhanden

Die Studie zeigt außerdem, dass die Menschen nicht irgendein Mobilitätsangebot wollen. Es muss zuverlässig und alltagstauglich sein.

Für 93 Prozent ist es für eine hohe Lebensqualität wichtig, dass der öffentliche Nahverkehr zuverlässig funktioniert. Für 90 Prozent ist es wichtig, dass wichtige Ziele im Alltag mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Das ist für eine Bahnverbindung zwischen den Städten und Gemeinden des Westmünsterlandes ein wichtiger Gesichtspunkt.

Eine reaktivierte Bahnstrecke wäre nicht lediglich ein weiteres Verkehrsmittel, sondern könnte – richtig in das bestehende Bus-, Fahrrad- und Fußwegenetz eingebunden – ein Rückgrat für die regionale Mobilität bilden.

Die TÜV-Studie formuliert genau diesen Anspruch: Die Menschen wünschen sich „echte Wahlmöglichkeiten“ und konkrete Verbesserungen im Alltag.


TÜV Mobility Studie 2026 - Gut ausgebauter ÖPNV: Nicht nur für Radfahrer interessant. Quelle: KI-generiertes Bild.TÜV Mobility Studie 2026 - Gut ausgebauter ÖPNV: Nicht nur für Radfahrer interessant. Quelle: KI-generiertes Bild.

5. Gerade im ländlichen Raum fehlt es an ausreichendem öffentlichem Verkehr

Die Studie stellt fest, dass die Verfügbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs von 47 Prozent der Befragten als schlecht bewertet wird. Auch der Zustand des ÖPNV wird von 40 Prozent negativ bewertet.

Noch wichtiger für die Einordnung des Westmünsterlandes: Der TÜV-Verband weist ausdrücklich darauf hin, dass die unzureichende Verfügbarkeit des ÖPNV insbesondere in ländlichen Regionen wahrgenommen wird.

Damit beschreibt die Studie genau das strukturelle Problem, vor dem viele ländliche Regionen stehen:

Hohe Autoabhängigkeit und gleichzeitig ein Wunsch nach besseren öffentlichen Alternativen.

6. Verkehrswende funktioniert nicht durch Verbote, sondern durch attraktive Alternativen

Ein weiterer Punkt passt bemerkenswert gut zur Argumentation der Westmünsterlandbahn.

Der TÜV-Verband kommt zu dem Schluss:

„Erst attraktive Alternativen schaffen, dann Verkehr wirksam steuern.“

Das ist für den ländlichen Raum von besonderer Bedeutung.

Denn Maßnahmen, die in einer Großstadt funktionieren können, lassen sich nicht einfach auf eine Region übertragen, in der Menschen ohne Auto teilweise ihre Arbeitsplätze, Schulen, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten oder andere Ziele kaum erreichen können.

Die TÜV-Studie zeigt vielmehr einen Weg auf:

Nicht zuerst das Auto erschweren, sondern zunächst dafür sorgen, dass Menschen tatsächlich eine Wahl haben.

Genau darin liegt eines der stärksten Argumente für die Reaktivierung einer regionalen Bahnverbindung.

TÜV Mobility Studie 2026 - Dringender Nachholbedarf an alternativen ÖPNV-Angeboten in ländlichen Regionen Quelle: KI-generiertes Bild.TÜV Mobility Studie 2026 - Dringender Nachholbedarf an alternativen ÖPNV-Angeboten in ländlichen Regionen Quelle: KI-generiertes Bild.

7. Sicherheit ist ein weiteres Argument für einen besseren Mobilitätsmix

Die Studie zeigt erhebliche Defizite bei der Sicherheit im Straßenverkehr:

  • 56 Prozent beurteilen die Sicherheit für Radfahrende an ihrem Wohnort als gering.

  • 48 Prozent haben nur ein geringes persönliches Sicherheitsgefühl im Verkehrsraum.

  • 67 Prozent bewerten den Zustand von Straßen, Rad- und Gehwegen als schlecht.

Gleichzeitig sprechen sich 81 Prozent für vom Autoverkehr getrennte Radwege aus.

Für das Westmünsterland bedeutet das: Eine zukunftsfähige Verkehrspolitik sollte nicht ausschließlich versuchen, den Straßenverkehr immer weiter auszubauen. Sie sollte vielmehr unterschiedliche Verkehrsträger sinnvoll miteinander verbinden.

Eine leistungsfähige Bahn kann dabei den motorisierten Individualverkehr auf längeren regionalen Wegen ergänzen bzw. teilweise ersetzen, während Fahrrad und Fußverkehr die Feinerschließung übernehmen.

Welche Schlussfolgerungen ergeben sich auf Basis dieser Ergeb-nisse für das Westmünsterland und die Bestrebungen, die stillge-legte Bahntrasse zwischen Bocholt Borken und Coesfeld zu reaktivieren?

1. Die Autoabhängigkeit auf dem Land ist kein Ziel – sie ist ein Problem fehlender Alternativen

Die Studie zeigt: In kleinen Orten sind 93 Prozent der Autobesitzer zwingend auf den Pkw angewiesen. Gleichzeitig unterstützen 92 Prozent einen besseren ÖPNV auf dem Land.

Daraus ergibt sich ein klares politisches Signal: Wer die Mobilität im ländlichen Raum zukunftsfähig machen will, muss Alternativen zum eigenen Pkw schaffen.

Die Reaktivierung der Bahnstrecke Bocholt–Borken–Coesfeld wäre genau eine solche strukturelle Alternative.

TÜV Mobility Studie 2026 - Dringender Nachholbedarf an alternativen ÖPNV-Angeboten in ländlichen Regionen. Busverkehre alleine lösen nicht die Probleme! Quelle: KI-generiertes Bild.TÜV Mobility Studie 2026 - Dringender Nachholbedarf an alternativen ÖPNV-Angeboten in ländlichen Regionen. Busverkehre alleine lösen nicht die Probleme! Quelle: KI-generiertes Bild.

2. Die Bahn wird ausdrücklich als ausbaufähiger Verkehrsträger   
    gewünscht

72 Prozent wollen eine stärkere Förderung des Regional- und Fernbahnverkehrs.

Damit lässt sich die Reaktivierung der Strecke nicht nur als lokales Infrastrukturprojekt darstellen, sondern als Teil einer bundesweit erkennbaren Entwicklung:

Die Menschen wollen mehr Bahn – und zwar nicht nur in Ballungsräumen.

3. Eine Bahnverbindung schafft Wahlmöglichkeiten

90 Prozent halten es für wichtig, dass wichtige Ziele im Alltag mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.

Die Reaktivierung der Bahnstrecke könnte genau diesen Gedanken verwirklichen:

Auto + Bahn + Bus + Fahrrad + Fußverkehr statt Auto oder nichts.

Dabei sollte die Bahn nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist ein integriertes Mobilitätssystem mit guten Anschlüssen, Fahrradabstellmöglichkeiten, Park-and-Ride, Busverknüpfungen und barrierefreien Stationen.

Die TÜV-Studie fordert ausdrücklich bessere Alternativen im ländlichen Raum.

4. Die Bahnreaktivierung ist damit Teil einer größeren regionalen Aufgabe

Die TÜV-Studie betrachtet Mobilität nicht isoliert als Frage des Verkehrsmittels. Sie verbindet Mobilität mit:

  • Lebensqualität

  • Zuverlässigkeit

  • Sicherheit

  • Bezahlbarkeit

  • Erreichbarkeit

  • gesellschaftlicher Teilhabe

  • Umwelt und Wohlbefinden.

Für 96 Prozent ist bezahlbare Mobilität wichtig für eine hohe Lebensqualität; 90 Prozent halten ausreichend Grünflächen und Bäume, 88 Prozent saubere Luft und 71 Prozent die Reduzierung von Verkehrslärm für sehr oder eher wichtig.

Damit wird eine Bahnreaktivierung zu mehr als einem Verkehrsprojekt:

Sie kann ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit des gesamten Westmünsterlandes sein.

Die „TÜV-Argumentationskette“:

93 % der Autobesitzer in Orten unter 5.000 Einwohnern sind auf ihr Auto angewiesen.
92 % wollen mehr ÖPNV auf dem Land.
76 % wollen mehr Förderung des ÖPNV.
72 % wollen mehr Förderung von Regional- und Fernbahn.
93 % halten zuverlässigen ÖPNV für wichtig.
90 % wollen, dass wichtige Alltagsziele mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind.
Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Wenn wir die Autoabhängigkeit im ländlichen Raum verringern wollen, müssen wir zuerst attraktive Alternativen schaffen. Eine reaktivierte Bahnstrecke kann genau diese Alternative bieten.

Fazit für das Westmünsterland und die Westmünsterlandbahn GmbH:

„Die Ergebnisse der TÜV Mobility Studie 2026 unterstrei-chen zentrale Argumente, die für eine Reaktivierung der Bahnstrecke Bocholt–Borken–Coesfeld sprechen.“

Das Ziel ist ein SPNV [Schienenpersonen-Nahverkehr, d. Autor], der den Menschen eine komfortable Mobilität jenseits des Autos ermöglicht. – Oliver Krischer, NRW-Verkehrsminister zur Reform des Schienenverkehrs
Das Ziel ist ein SPNV [Schienenpersonen-Nahverkehr, d. Autor], der den Menschen eine komfortable Mobilität jenseits des Autos ermöglicht. – Oliver Krischer, NRW-Verkehrsminister zur Reform des Schienenverkehrs

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