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"Das Ziel ist ein SPNV [Schienenpersonen-Nahverkehr, d. Autor], der den Menschen eine komfortable Mobilität jenseits des Autos ermöglicht." Oliver Krischer, NRW-Verkehrsminister zur Reform des Schienenverkehrs

Aktualisiert Dienstag, 10.03.2026

Gesundheitscampus BOH - Zukunft weiter ungewiss - auch aufgrund der schlechten ÖPNV-Anbindung Richtung Münster.  Quelle: KI-generiertes Bild!Gesundheitscampus BOH - Zukunft weiter ungewiss - auch aufgrund der schlechten ÖPNV-Anbindung Richtung Münster. Quelle: KI-generiertes Bild!

Der geplante Health Education Campus Westmünsterland (HECW) in Bocholt gerät weiter ins Stocken. Am 10.03.2026 berichtet das örtliche Bocholter Borkener Volksblatt über die neue Entwicklung. In diesem Zusammenhang spielt auch die mangelhafte Anbindung Bocholts an Münster via ÖPNV eine Rolle.

Mehr als drei Jahre nach der Ankündigung ist auf der vorgesehenen Fläche am St.-Agnes-Hospital noch nichts gebaut worden. Nun ist auch die Fachhochschule Münster aus der Kooperation ausgestiegen, sodass die Krankenhaus-Stiftung einen neuen akademischen Partner suchen muss.

Damit wird deutlich, wie fragil das Projekt von Beginn an aufgestellt war. Vorgesehen war unter anderem, dass Studierende zwischen Münster und Bocholt pendeln – zwei Studienorte, die rund 80 Kilometer auseinanderliegen und im öffentlichen Nahverkehr nur mit erheblichem Zeitaufwand erreichbar sind.

Die WMB hat seit Jahren darauf hingewiesen, dass die ÖPNV-Verbindung zwischen Münster und Bocholt ohne direkte Bahnverbindung und mit dem Sprinterbus als nahezu einzige schnelle Verbindung unzureichend und nicht zukunftsfähig ist. Die aktuellen Entwicklungen rund um den Gesundheitscampus bestätigen diese Warnungen deutlich.

Trotzdem hat die Politik diese strukturellen Probleme bislang weder ernsthaft aufgegriffen noch gelöst. Statt die notwendige Verkehrsinfrastruktur zwischen Münster und Bocholt zu stärken, wurde ein Hochschulprojekt auf eine Grundlage gestellt, die von Anfang an erhebliche praktische Hürden für Studierende und Lehrende mit sich bringt.

Gesundheitscampus Bocholt - Verzögerter Baustart und eine

nicht ausrechende ÖPNV-Anbindung...

BBV-Bericht v. 06.12.2022

Medizinische Ausbildung in Bocholt. Quelle:Quelle: KI-generiertes Bild!Medizinische Ausbildung in Bocholt. Quelle:Quelle: KI-generiertes Bild!

In einem Artikel v. 06.12.2022 berichtet das örtliche BBV über den geplanten "Gesundheitscampus Bocholt" unweit des Bocholter Krankenhauses.
Am "Health Education Campus Westmünsterland" sind drei Studiengänge der Fachhochschule Münster geplant. Dazu gehören Studierende der "Berufspädagogik Rettungswesen". Im Sektor "Primärqualifizierende Pflege" werden nach derzeitigem Stand angehende akademische Pflegefachkräfte ausgebildet. Im Weiterbildungs-Master-Studiengang "Medical and Health Care Education" werden Lehrende in der Medizinerausbildung ausgebildet. Dieser Studiengang wird laut FH Münster komplett in Münster stattfinden.

Medizin-Campus in Bocholt / Ein Zukunftsprojekt das auch einen guten ÖPNV braucht! / Quelle: www.pixabay.comMedizin-Campus in Bocholt / Ein Zukunftsprojekt das auch einen guten ÖPNV braucht! / Quelle: www.pixabay.com

In seinem kritischen Kommentar weist der BBV-Redakteur Jochen Krühler auf die großen Chancen dieses Projekts aber auch die großen Aufgaben hin. Der Gesundheitscampus wird den Standort "Bocholt" und das medizinische Angebot deutlich aufwerten. Junge, medizinische Fachkräfte werden für unsere Region, das westliche Münsterland, ein deutlicher Gewinn sein. Die damit verbundene Hoffnung ist die Erwartung, dass junge Fachkräfte nicht nur in die Region ein- und auspendeln, sondern auch hier ggf. beruflich Fuß fassen und sesshaft werden. Nicht nur für Bocholt sondern auch alle anderen Gemeinden und die gesamte Region wäre ein Ausbau des medizinischen Sektors ein deutlicher Gewinn und ein ganz besonderer Standortvorteil für Bocholt.

Das BBV weist zurecht aber auch auf die großen Aufgaben hin, die Bocholt als Stadt zu erwarten hat - insbesondre hinsichtlich der Verkehrsinfrastruktur. Der Medizin-Campus wird zwangsläufig den Ein- und Auspendlerstrom weiter verstärken. Die FH Münster nennt die Verbindung Bocholt - Münster "suboptimal". 

Doch das Problem reicht deutlich weiter. Übervolle (Sprinter-)Busse, eine fehlende Bahnanbindung an das Oberzentrum und die westfälische Metropole Münster sowie der motorisierte Individualverkehr als fast einzige Möglichkeit zwischen Münster und Bocholt zu pendeln, kennzeichnen die Misere.

Stellungnahme der Westmünsterlandbahn zum BBV-Artikel "Gesundheits-Campus" Bocholt v. 06.12.2022 v. 14.12.2022

Den BBV-Artikel "Gesundheits-Campus" BOH und die darin angesprochene Problematik einer sehr lückenhaften ÖPNV-Anbindung - besonders in östlicher Richtung nach Münster - nimmt die Westmünsterlandbahn (WMB) zum Anlass einer Stellungnahme, die das BBV am 14.12.2022 veröffentlichte.

Die WMB plädiert im Zusammenhang mit dem Ausbau des Gesundheitssektors in Bocholt nochmals und mit Nachdruck für die Reaktivierung der Bahnverbindung zwischen Bocholt - Borken und Coesfeld. Die Mobilitätskonzepte aller Gemeinden im westlichen Münsterland müssen zwingend über ihre Stadtgrenzen hinaus das Verkehrsmittel "Bahn" in ihre Planungen mit einbeziehen. Hinsichtlich der Frage nach einer "Mobilität von Morgen" und den Herausforderungen, Berufspendlern auch im ländlichen Raum adäquate Lösungen anzubieten, greifen Konzepte, die einseitig auf den Ausbau von Sprinterbus-Linien und Radschnellwegen auf Bahntrassen setzen, zu kurz.

Nur die Bahn ist auf längeren Strecken das geeignete Verkehrsmittel den vorherr-schenden und unakzeptabel hohen motorisierten Individualverkehr zu kompensieren. Vom guten ÖPNV-Angebot - insbesondere hinsichtlich eines Schienen-Personennahverkehrs -  wird es entscheidend abhängen, ob es den Gemeinden gelingt, junge Menschen zur Bildung und Ausbildung in die Region zu holen. Darüber hinaus bedeutet ein breit gefächertes ÖPNV-Angebot einen aktiven Beitrag zur Daseinsvorsorge einer Gemeinde. S-Bus-Linien sind hier sicherlich nicht ausreichend und es ist auch kaum zu erwarten, dass Pendler aus Münster mit dem Fahrrad in das westliche Münsterland einpendeln.

Medizinsche Ausbildung in Bocholt / Quelle: www.pixabay.com / Darko StojanovicMedizinsche Ausbildung in Bocholt / Quelle: www.pixabay.com / Darko Stojanovic

Neue Chancen für die Region / Rückenwind für die Bahn: Eine aktuelle Stellungnahme der TTK Karlsruhe zeigt, dass die Bahnstrecke Bocholt – Borken – Coesfeld wirtschaftlich reaktivierbar sein kann. Vereinfachte Planung, geringere Kosten – und eine klimafreundliche Verbindung für das Westmünsterland. Infos unter wwww.westmünsterlandbahn.de

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